Fliegerlager 2017 in Laucha

Die Segelflugschule in Laucha an der Unstrut verspricht aufgrund des Kalksteinbodens und des unmittelbar an den Flugplatz angrenzenden Hangs ideale Segelflugbedingungen. Deshalb machten sich in der Zeit vom 25.06. bis zum 08.07.2017 acht Piloten des LSV mit der LS4a, der ASW19, der Ka6CR und Uwes ASW19 auf den Weg nach Sachsen-Anhalt (ca. 450 km ab Bonn-Hangelar). Guido hatte uns angemeldet und alles bestens organisiert.

Teilnehmer: Gerhard Dickmeis, Uwe Grünert, Guido Help, Gerhard Kroon, Andreas Leischner (1. Woche), Maximilian Maas (2. Woche), Jürgen Maue (1. Woche), Jürgen Schulz

Geschichte des Flugplatzes

Wenn man sich dem Flugplatz von Laucha aus nähert und über die Brücke an der Wassermühle fährt, sieht man hoch über den Weinbergen ein mächtiges Gebäude, das an eine Festungsanlage oder Burg erinnert (siehe Bild 1). Hier handelt es sich um das Hauptgebäude der ehemaligen Reichssegelflugschule, das in den ersten Jahren des 2. Weltkriegs aufgebaut, jedoch bis Kriegsende nicht ganz fertiggestellt wurde. Auf dem angrenzenden Flugplatzgelände gab es bereits vor dem Krieg 4 große Flugzeughallen für rund 130 Segelflugzeuge und mehrere Gebäude zur Ausbildung von Piloten für die Luftwaffe. Nach dem Krieg wurden die Hallen und Flugzeuge durch Brand und Sprengungen zerstört. Nur das Hauptgebäude blieb verschont und konnte so eine gewisse Zeit als Krankenhaus genutzt werden. Inzwischen steht es aber leer.

Rund 5 Jahre nach dem Krieg wurden eine neue Flugzeughalle, Werkstätten und Quartiere für Piloten errichtet und der Flugbetrieb wurde wieder aufgenommen. Im Zuge der Zentralisierung des Segelfliegens in der DDR wurde der Flugplatz allerdings im Jahre 1976 geschlossen. Nach der Wende entstand hier wieder eine Flugschule (Haus der Luftsportjugend e.V.) mit Unterkünften für bis zu 115 Personen, Schulungsräumen und einer großen Kantine. Außerdem gibt es das Café Wolke, in dem man sich nach dem Flugbetrieb gerne trifft. Das Bild 2 zeigt einen Teil unserer Truppe aus Hangelar an einem der ersten Abende auf dem Flugplatz.

Fliegerische und sonstige Aktivitäten

Leider wurden die großen Hoffnungen auf die guten Segelflugbedingungen in der ersten Woche etwas enttäuscht. Am Montag, dem 26. Juni reichte es gerade für kurze Einweisungsflüge für die bis dahin eingetroffenen 7 Piloten. Am folgenden Tag wurden die LS4 und die Ka6 aufgerüstet und bei sonnigem Wetter waren ein paar kurze Platzrunden möglich (s. Bild 3).

An den nächsten Tagen gab es jeweils starke Bewölkung, zeitweise auch Regen. Deshalb bot sich ein Kulturprogramm zur Erkundung der benachbarten Orte mit Kirchen und Museen an. So ging es am Mittwoch zunächst nach Nebra, um mehr über die dort gefundene 3600 Jahre alte Himmelsscheibe zu erfahren. Hier war nun auf der „grüner Wiese“ ein modernes Museum (Arche Nebra) entstanden. Nachdem es sich ausgeregnet hatte, besuchten wir das wunderschöne mittelalterliche Städtchen Naumburg an der Saale mit dem großen Dom als Wahrzeichen (s. Bild 4 und 5). Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir hier erstmals leckere Erdbeerbecher genießen (s. Bild 6).

Aufgrund schlechter Wetteraussichten auch für Donnerstag machten wir uns auf nach Leipzig, da uns Uwe eine Führung durch seine Heimatstadt angeboten hatte. Bei Dauerregen führte der Rundgang über den Markt, durch zahlreiche Passagen und Laubengänge vorbei an Auerbachs Keller in der Mädlerpassage, in die Thomaskirche und die Nikolaikirche.  Bild 7 zeigt einen Teil der Mannschaft in der passenden Regenkleidung. Schließlich landeten wir wieder in einem Eiskaffee, das uns Uwe empfehlen konnte.

Das gute Wetter kam erst in der 2. Woche (s. Bilder 8 - 10). So waren Jürgen S., Guido und Gerhard D. am Montag zusammen 8,5 Stunden in der Luft (Gerhard allein 4:16 h). Uwe flog mit seiner 4B 4:20 Stunden. Dienstag waren Guido, Jürgen S., Gerhard K. und der am Wochenende angereiste Max zusammen mehr als 6 Stunden unterwegs. Mittwoch machte Gerhard K. mit der Ka6 zwei Starts und war 28 Minuten in der Luft. Der letzte Flugtag war dann der Donnerstag. Guido und Gerhard K. flogen zusammen nahezu 4 Stunden.

Natürlich durften der obligatorische Erdbeerbecher und ein leckerer Kaffee in verschiedenen Variationen an fast keinem Tag fehlen (siehe Bilder 11 und 12)! Abgerundet haben die verbliebenen Teilnehmer die 2 Wochen mit einem schicken Abendessen im Restaurant „Hotel Unstrut“ in Freyburg am Freitagabend.

 In fliegerischer Hinsicht hat Laucha vielleicht nicht alle Erwartungen erfüllt. Aber zusammen mit interessanten Ausflügen und gemütlichen Abenden und viel Spaß in einer tollen Gruppe hat es sich wohl für alle gelohnt. 

Ein paar Bilder zum Lager finden sich in der Gallerie